Homöopathielehrgang – Was ist das?

Die Klassische Einzelmittelhomöopathie ist der Königsweg unter den alternativen Heilverfahren. Richtig angewendet gibt es kaum eine Therapie, die schneller und eleganter heilt. Es handelt sich um ein verbal orientiertes Fachgebiet, in dem ein intensives Literaturstudium betrieben wird. Aus diesem Grund eignet sich ein Fernlehrgang besonders gut zum Erlernen dieser Therapie. Wichtig ist vor allem die richtige Auswahl der Symptome und deren Umsetzung in die jeweilige Sprache des Repertoriums.

Die Grundlagen der Homöopathie

Folgende Kriterien bilden die Grundlagen der Homöopathie

Diese drei Grundsätze der Hömpöopathie sind von ihrem Entdecker, Samuel Hahnemann, in seinem Werk "Organon der Heilkunst" beschrieben.

Das Organon ist in Paragraphen unterteilt. In § 25 werden die drei Grundlagen der Homöopathie genannt:

"...diejenige Arznei,, welche in ihrer Einwirkung auf gesunde menschliche Körper die meisten Symptome in Ähnlichkeit erzeugen zu können bewiesen hat, welche an dem zu heilenden Krankheitsfalle zu finden sind, in gehörig potenzierten und verkleinerten Gaben... die ganze gegenwärtige Krankheit zu heilen in der Lage ist."

Ähnlichkeitsregel

Der lateinische Ausdruck "simila similibus curentur " ist der oberste Grundsatz für jeden Homöopathen (man soll Ähnliches mit Ähnlichem heilen). Der Therapeut sucht also dasjenige Arzneimittel aus, welches bei einem gesunden Menschen einen Zustand hervorrufen kann, welcher der zu heilenden Krankheit ähnlich ist.

Durch langjährige Beobachtungen war der Apotheker und Arzt Hahnemann zu dem Schluß gekommen:

"Es bleibt daher keine andere, Hülfe versprechende Anwendungsart der Arzneien gegen Krankheiten übrig als die homöopathische, ..., (die einen) dem Krankheitsfalle ähnlichsten, künstlichen Krankheitszustand zu erzeugen Kraft und Neigung hat." § 24, Organon der Heilkunst.

Beobachtungen, die Hahnemann gemacht hat, untermauern seine These von der hervorragenden Wirksamkeit des ähnlichen Reizes:

"Denn sogar die Hausmittel-Praxis der mit gesundem Beobachtungssinn begabten, unärztlichen Classe von Menschen hatte diese Heilart viefältig als die sicherste, gründlichste und untrüglichste in der Erfahrung befunden......Auf frisch erfrorene Glieder legt man gefrorenes Sauerkraut oder reibt sie mit Schnee. Eine mit kochender Brühe begossene Hand hält der erfahrene Koch dem Feuer in einiger Entfernung nahe und achtet dadurch den anfänglich vermehrten Schmerz nicht, da er aus Erfahrung weiß, dass er hiermit in kurzer Zeit, oft in wenigen Minuten, die verbrannte Stelle zur gesunden,schmerzlosen Haut wieder herstellen kann. "Einleitung zum Organon der Heilkunst, vorletzter Abschnitt, S. 39, Hippokrates Verlag, Ausgabe 1982

Wie so häufig, wenn Revolutionäres entdeckt wird, ist es schwer, Fachkreise von dem Wert der Entdeckung zu überzeugen. Hahnemann brauchte all seine Energie, um seine Gedanken auch nur einem begrenzten Kollegenkreis "schmackhaft" zu machen.

Der Kampf Hahnemanns um Anerkennung seiner Ideen läßt seine äußerst harte Haltung gegenüber der Allopathie verständlich erscheinen. So verurteilte er das Substitutionsprinzip in Bausch und Bogen :

"Es überzeugt uns aber jede reine Erfahrung und jeder genaue Versuch, dass von entgegengesetzten Symptomen der Arznei ... anhaltende Krankheitssymptome so wenig aufgehoben und vernichtet werden , dass sie vielmehr, nach kurzer, scheinbarer Linderung, dann nur in desto verstärkterem Grade wieder hervor brechen und sich offenbar verschlimmern." § 23, Organon der Heilkunst

"Es scheint das unselige Hauptgeschäft der alten (allopathischen) Medizin zu sein, die Mehrzahl der Krankheiten, der langwierigen, durch fortwährendes Schwächen und Quälen des ohnehin schon an seiner Krankheitsplage leidenden, schwachen Kranken und durch Hinzufügung neuer, zerstörender Arzneikrankheiten, wo nicht tödlich, doch wenigstens unheilbar zu machen, und wenn man dies verderbliche Verfahren einmal am Griffe hat, und gegen die Mahnungen des Gewissens gehörig unempfindlich geworden, ist dies ein sehr leichtes Geschäft."

Auch die ausleitenden Kuren, heute "Konstitutionstherapie" genannt, erhalten von Hahnemann "den Marsch geblasen":

"Überhaupt setzte die gewöhnliche Schule ...bei Krankheiten am liebsten fein gedachte Krankheitsstoffe voraus, welche durch Ausdünstung und Schweiß, durch die Harnwerkzeuge oder auch durch die Speicheldrüsen aus den Blut- und Lymphgefäßen, durch die Luftröhr- und Bronchialdrüsen als Brustauswurf, aus dem Magen und dem Darmkanale durch Erbrechungen und Abführungen fortgeschafft werden müßten, damit der Körper von der materiellen, Krankheit erregenden Ursache gereinigt und so eine gründliche Causal-Kur vollführt werden könne . Durch eingeschnittene Öffnungen am ganzen Körper, die sie Jahre lang durch eingelegte fremde Substanzen in langwierige Geschwüre verwandelte,wollte sie die materia peccans aus dem siechen Körper abzapfen. Auch durch Canthariden-Pflaster und Seidelbast beabsichtigte sie, die bösen Säfte abzuziehen und von allen Krankheitsstoffen zu reinigen - schwächte aber nur durch alle diese unbesonnenen, naturwidrigen Veranstaltungen des kranken Körper gewöhnlich bis zur Unheilbarkeit." Organon der Heilkunst, Einleitung, S. 16."

In der heutigen Zeit ist der Absolutheitsanspruch der Homöopathie allerdings genauso wenig angebracht wie der der Schulmedizin. Vergessen wir nicht: es geht um das Wohl des Patienten und nicht um die Verfechtung einer medizinischen Ideologie! Chirurgie und Notfallmedizin sind bei entsprechenden Indikationen das Mittel der Wahl.

Hahnemanns Ausführungen zur allopathischen Medizin sollten - obwohl mehr als nur ein Körnchen Wahrheit darin zu finden ist - auf jeden Fall relativiert werden.

Kommen wir jetzt noch einmal zum homöopathischen Ähnlichkeitsprinzip zurück. Einige Beispiele sollen dieses Prinzip verständlich machen:

Glonoinum

Bestimmte Kopfschmerzen werden durch diejenigen Mittel geheilt,die in der Lage sind, bei einem Gesunden ähnliche Kopfschmerzen zu erzeugen.

Nehmen wir z .B. Glonoinum (Nitroglyzerin). Es verursacht bei Gesunden starke, pulsierende Kopfschmerzen mit Blutandrang zum Kopf und zum Gesicht (siehe Nebenwirkungen von Nitro-Präparaten, die gegen Angina pectoris helfen).

Hat nun ein Patient ähnliche Kopfschmerzen, wie Nitroglyzerin sie hervorrufen kann, so wird ihm eine Gabe homöopathisch aufbereitetes Glonoinum helfen.

Coffea

Leidet jemand unter Schlaflosigjkeit, so, als hätte er kurz vorher Kaffee getrunken, so wird homöopathisch aufbereiteter Kaffee (Coffea cruda) ihn aller Wahrscheinlichkeit von seiner Schlaflosigkeit befreien.

Cepa

Durch das Schneiden einer Zwiebel (Allium cepa ,homöopathisch nur Cepa) kommt es zur folgenden Symptomatik: tränende Augen, beißendes Gefühl in den Augen, laufende Nase mit klarem Sekret. Welches Mittel wird wohl einen solchen Schnupfen (wahrscheinlich Heuschnupfen) günstig beeinflussen, wenn man es homöopathisch aufbereitet?

Die Potenzierung der Arznei

Verschütteln und Verreiben

Die Verdünnung der Substanzen bei der Herstellung homöopathischer Arzneien ist nicht die primäre Wirkungsursache, sondern die spezielle Behandlung der Arznei zwischen den einzelnen Verdünnungsschritten, das Verschütteln oder Verreiben.

"Die homöopatische Heilkunst entwickelt ...... die inneren,geist-artigen Arzneikräfte der rohen Substanzen, mittels einer ihr eigenthümlichen, bis zu meiner Zeit unversuchten Behandlung, zu einem, früher unerhörten Grade, wodurch sie sämmtlich erst recht sehr, ja unermeßlich durchdringend wirksam und hülfreich werden, selbst diejenigen unter ihnen, welche im rohen Zustand nicht die geringste Arzneikraft im menschlichen Körper äußern.

Diese merkwürdigen Veränderungen in den Eigenschaften der Naturkörper, durch mechanische Einwirkung auf ihre kleinsten Teile, durch Reiben und Schütteln entwickelt die latenten, vorher unmerklich, wie schlafend in ihnen verborgen gewesenen, dynamischen Kräfte, welche vorzugsweise auf das Lebensprinzip... Einfluß haben. Man nennt daher diese Bearbeitung derselben Dynamisieren und die Produkte davon Dynamisationen oder Potenzen in verschiedenen Graden."

Als Bekräftigung für seine These der Förderung der "energetischen Wirkung" durch Verschüttelung und Verreibung führt Hahnemann den Magnetismus an, und zwar am Beispiel eines Stahlstabes:

"Nur erst wenn wir diesen Stahlstab dynamisieren, ihn mit einer stumpfen Feile stark nach einer Richtung hin reiben, wird er zum wahren, kräftigen, tätigen Magneten, kann Eisen und Stahl an sich ziehen und selbst einem anderen Stahlstabe, durch bloße Berührung, ja selbst sogar in einiger Entfernung gehalten, magnetische Kraft mittheilen, in desto höheren Grade, je mehr man ihn so gerieben hatte und ebenso entwickelt Reiben der Arzneisubstanz und Schütteln ihrer Auflösung (Dynamisation, Potenzierung) die medizinischen, in ihr verborgen liegenden Kräfte und enthüllt sie mehr und mehr, oder vergeistiget vielmehr die Materie selbst, wenn man so sagen darf". Anmerkung Nr. 202 zu § 270, Organon der Heilkunst

Die Potenzierung, also die Erweckung der Heilkraft sogar derjenigen Naturstoffe, die in ihrer substantiellen Form eigentlich unwirksam sind (z.B.Lycopodium=Bärlappsporen), ist eine Glanzleistung Hahnemanns. Entdeckungen in der Medizin von solcher Wichtigkeit und Tragweite werden nur sehr selten gemacht.

Potenzen

Die zuletzt genannten nach den Vorschriften des HAB hergestellten Pflanzentinkturen sind im Gegensatz zu den nach dem DAB (Deutschen Arzneibuch) hergestellten Tinkturen meist Konzentrate frischer, d. h. nicht getrockneter Pflanzen, so dass auch die in den Frischpflanzen erhaltenen Vitamine u.a. Vitalstoffe homöopathisch potenziert werden.

Durch Auszug oder Lösung werden aus den Ausgangsstoffen Urtinkturen und Urstoffe hergestellt; Urtinkturen sind meist Auszüge aus Frischpflanzen, während Urstoffe i. d. R. nichtpflanzliche Ausgangsmaterialien haben.

Sie sind Grundlage für die Zubereitung der homöopathischen Arzneimittel durch stufenweise Verreibung mit Milchzucker (Laktose) oder Verschüttelung mit 33- bis 77-prozentigem Ethanol.

Es gibt verschiedene Verdünnungsverfahren:

So erhält man die D 1 bzw. C 1, von der wiederum 1 Teil auf gleiche Weise weiterverarbeitet wird, um zur D 2 bzw. C 2 zu gelangen.

Da für jeden Potenzierungsschritt ein neues Gefäß sowie neue Stopfen und Pipetten benötigt werden, werden diese Verdünnungen auch als Mehrglaspotenzen bezeichnet.

Merksatz

Das Verdünnungsverhältnis beträgt im Dezimalverfahren 1:10, im Centesimalverfahren 1:100 und bei den LM-Potenzen 1:50.000.

1 : 10= 0,1= D 1
1 : 10 : 10= 0,01= D 2
1 : 100= 0,01= C 1
1 : 10 : 10 : 10= 0,001= D 3
1 : 10 : 10 : 10 : 10= 0,0001= D 4
1 : 100 : 100= 0,0001= C 2

Die Arzneimittelpüfung am Gesunden

Auch in der Arzneimittelfindung und -prüfung unterscheidet sich die Homöopathie von der allopathisch orientierten Schulmedizin:

In der Schulmedizin fragt man sich zunächst, gegen welche Krankheiten man ein Mittel finden möchte. Dann experimentiert man so lange mit verschiedenen Wirkstoffen herum, bis ein Mittel gefunden ist, dessen Wirkung dem Krankheitssymptom entgegengesetzt ist.

Hat man einige vielversprechene Substanzen gefunden, so beginnt eine Reihe von Experimenten (am Tier, unter bestimmten Voraussetzungen auch am Mensch), um die optimalen Verabreichungsmengen festzustellen. Danach kommt es zu groß angelegten und oft jahrelang andauernden klinischen Untersuchungen am Kranken, um Wirkungen und Nebenwirkungen zu überprüfen. Erst danach wird ein allopathisches Medikament zugelassen. Der finanzielle und organisatorische Aufwand hierfür ist beträchtlich und schlägt sich mit Sicherheit im Preis des Arzneimittels nieder.

Und wie sieht es in der Homöopathie aus?

In den Paragraphen 105 - 117 hat Hahnemann die Grundzüge der Arzneimittelprüfung festgelegt:

In der Homöopathie werden die Wirkungen homöopathischer Arzneien am Gesunden, und nicht am Kranken geprüft.

(Gibt man bei einer Arzneimittelprüfung)..."Arzneien nur kranken Personen ein, selbst wenn man sie nur einfach und einzeln verordnete, so sieht man von ihren reinen Wirkungen wenig oder nichts Bestimmtes, da die von den Arzneien zu erwartenden, besonderen Befindens-Veränderungen mit den Symptomen der gegenwärtigen, natürlichen Krankheit vermengt, nur selten deutlich wahrgenommen werden können." Hahnemann, Organon der Heilkunst, § 107.

"Es ist also kein Weg weiter möglich...als dass man die einzelnen Arzneien versuchsweise gesunden Menschen in mäßiger Weise eingibt, um zu erfahren, welche Veränderungen, Symptome und Zeichen ihrer Einwirkung jede besondere im Befinden und der Seele hervorbringe...". Hahnemann, Organon der Heilkunst, § 108

Durch die Vielzahl solcher kontrollierter Versuche von homöopathischen Medikamenten an gesunden Menschen entstand nach und nach eine Ansammlung von geprüften Stoffen mit ihren ganz spezifischen Wirkungen: die Materia medica oder auch Arzneimittellehre.

Mehr Informationen zum Homöopathielehrgang erhalten Sie auf www.btb.info/homoeopathie.

Unser aktuelles Studienprogramm mit weiteren Informationen sowie den Unterlagen zur Studienanmeldung erhalten Sie unter www.btb.info/infoanforderung.

Fordern Sie unser Informationsmaterial kostenlos und unverbindlich an: